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Bericht zur Demonstration in Heidenheim

Ein Bericht der regionalen antifaschistischen Gruppen zur Kundgebung und Demonstration im Gedenken an die Opfer rechter Gewalt.

Die Redebeiträge können hier nachgelesen werden.

Es waren ca. 60 Menschen, die sich am 14.12.13 um 14 Uhr am Rathausplatz in Heidenheim einfanden, um bei Kälte und einsetzendem Schneefall im Gedenken an die Opfer rechter Gewalt Flagge gegen Faschismus zu zeigen. Neben Heidenheimer Bürgerinnen und Bürgern, Vertretern antifaschistischer Gruppen und Mitgliedern von DKP, Gewerkschaften, Linkspartei, Solid, Jusos und der Heidenheimer Geschichtswerkstatt waren auch Angehörige der Opfer des Heidenheimer Dreifach-Mordes anwesend.

Bereits seit 12 Uhr hatten Antifa-Aktivisten mit Infoständen am Bahnhof sowie am Rathaus mit Flugblättern über die nun fast 10 Jahre zurückliegende Bluttat und ihre Hintergründe informiert.
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14.12. Kein Vergeben, kein Vergessen!

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Die Kundgebung wird nun dank Intervention des Ordnungsamtes nicht am Bahnhof, sondern um 14 Uhr am Rathaus beginnen. Das Rathaus ist nur wenige Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt.

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Anlässlich des 10. Jahrestages der K2-Morde rufen antifaschistische Gruppen zu einer Demonstration in Heidenheim auf. Wir wollen die damaligen Geschehnisse der Vergessenheit entreißen und den Opfern rechter Gewalt gedenken.
In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 2003 wurden die drei jugendlichen Spätaussiedler Viktor Filimonov, Waldemar Ickert und Aleksander Schleicher vor der Heidenheimer Diskothek K2 von dem Neonazi Leonhard Schmidt ermordet. Schmidt war Teil der regionalen rechten Szene und hatte bereits zuvor Gewalttaten gegen Andersdenkende verübt.

Am 14.12.2013, eine Woche vor dem Jahrestag, wollen wir ein starkes Zeichen gegen jede Form nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Ideologien und Bewegungen setzen, die den Nährboden für die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung gesellschaftlicher Minderheiten bilden.
Gewalttaten durch Neonazis, rassistische „Bürgerinitiativen“, die gegen Flüchtlinge hetzen, Anschläge auf Synagogen und Moscheen, die Verstrickung deutscher Behörden in das faschistische Netzwerk des NSU – all dies macht klar, dass rechte Ideologien kein Problem „extremer Ränder“ darstellen, sondern tief in der „Mitte der Gesellschaft“, ihren Institutionen und ihrem politischen Mainstream verankert sind.

Insbesondere in Zeiten der kapitalistischen Krise treten reaktionäre, menschenfeindliche Strömungen immer offener in Erscheinung, was wir weltweit beobachten müssen. Sich für diese gefährlichen Tendenzen zu sensibilisieren und sich dagegen zu organisieren, halten wir eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit.

Im Gedenken an all die Opfer faschistischer Gewalt – Für eine solidarische Gesellschaft!

14/12/2013, Beginn 14 Uhr
Auftakt der Demonstration am Bahnhof Heidenheim.

Die Mobilisierungsseite findet ihr hier

Aktualisierte Liste der Unterstützer:

AG KuK Heidenheim
Autonome Antifa Heidenheim
Autonome Antifa Schwäbisch Hall
Antifaschistische Gruppe Göppingen
Arbeitskreis „Unvergessen – Opfer rechter Gewalt in Baden Württemberg“
DKP Heidenheim
Ganz Anders (Heilbronn)
Gruppe Progress Stuttgart
Kollektiv.26 ulm
LevelUp Tübingen
Linksjugend [’solid] Heidenheim
Offenes Antifaschistisches Bündnis Kirchheim

Hintergrund:

Eine Bluttat im Dezember

In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 2013 jährt sich die Ermordung der drei jugendlichen Spätaussiedler Viktor Filimonov, Waldemar Ickert und Aleksander Schleicher zum 10. Mal. Der Täter Leonhard Schmidt nahm sich im August 2012, ein Jahr nach seiner Haftentlassung, in seiner Berliner Wohnung das Leben.

Schmidt war zum damaligen Zeitpunkt Teil einer im Heidenheimer Umland organisierten Nazi-Szene, die im Vorfeld durch mehrere Gewalttaten in Erscheinung getreten war. Knapp drei Monate vor der tödlichen Messerattacke hatte er am Tag der deutschen Einheit an selber Stelle gemeinsam mit seinen Kameraden einen Punk zusammengeschlagen. Die Neonazis hatten sich gezielt vor dem K2 postiert um mit rechten Parolen linksalternative Jugendliche ins Freie zu locken, die sie dort vermuteten. Das Opfer wurde von Schmidt mit einem Schlagstock niedergeknüppelt – eine Tat, wegen der gegen Schmidt noch ein Ermittlungsverfahren lief, als er drei Monate später zum Mörder wurde.
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Die rechte Euro-Rebellion. Vortrag und Diskussion zur „Alternative für Deutschland“

Im Februar diesen Jahres als Anti-Euro-Partei gegründet und bereits im September, nach aufsehnerregendem Wahlkampf, nur knapp am Einzug in den Bundestag vorbeigeschrammt – die Aufstiegsgeschichte der rechten “Alternative für Deutschland” ist außergewöhnlich rasant und nicht minder gefährlich. In seinem Buch “Rechte Euro-Rebellion – Alternative für Deutschland und Zivile Koalition e.V.” geht Andreas Kemper genauer auf die Hintergründe und Förderer der neuen rechten Bewegung, wie auch auf ihre politischen Positionen und Ziele ein.

Warum tauchen Begriffe wie “direkte Demokratie” und “alternative Bewegung” plötzlich im Zusammenhang mit nationalistischer Abkapselung, sozialem Elitedenken und Marktradikalismus auf? Wie können wir als AntifaschistInnen auf diese Partei reagieren, die mit offenen Faschisten nichts zu tun haben möchte, der der die CDU aber längst nicht rechts genug steht und die Rassisten und Sozialdarwinisten jeder Couleur mit offenen Armen empfängt?

Auf der Veranstaltung stellt Andreas Kemper sein Buch vor, um anschließend gemeinsam mit uns die Konsequenzen für die antifaschistische Bewegung zu diskutieren.

Mittwoch, 20.11.2013
19.30 Uhr

im Esperanza Schwäbisch Gmünd (Benzholzstraße 8 )

Nazi-Terror und Rassismus bekämpfen – „Verfassungsschutz“ auflösen!

Göppingen – Kein Fußbreit den Faschisten!

Es sind noch knapp zwei Tage bis zum erneuten Neonazi-Aufmarsch in Göppingen – Alle wichtigen Updates zu den Gegenaktionen findet ihr auf der Seite des Blockadebündnisses:
http://blocknazisgp.blogsport.eu/

Wie schon im letzten Jahr geben sich sowohl Stadt als auch Polizei alle Mühe, die Proteste zu diffamieren und ihre braven Bürger auf Ignoranz und Untätigkeit einzuschwören. Im Gegenzug soll es den Nazis so angenehm wie möglich gemacht werden -aktuell sind sogar die Göppinger Markthändler von Räumung bedroht, um die reibungslose Versammlung des braunen Mobs auf dem Schillerplatz zu ermöglichen.

Wie weit die „Ordnungskräfte“ zu gehen bereit sind, wenn es um den Schutz faschistischer Banden geht, stellten sie bereits 2012 unter Beweis. Wir erinnern an den Vorfall in der Friedrichstraße, als ein Esslinger Zivilpolizist gezielt einen antifaschistischen Demonstranten mit dem Auto erfasste. Über die perverse Konsequenz der Göppinger Staatsanwaltschaft, nun nicht etwa den Beamten, sondern den jungen Antifa wegen „Nötigung und Sachbeschädigung“ strafrechtlich zu verfolgen, wundern wir uns nicht im Geringsten.
Bedenklich ist eher jeder Glaube an die legalistische Argumentation bzw. Entschuldigung der politischen Verantwortlichen, die sich zu der Durchsetzung des Nazi-Aufmarsches juristisch genötigt sehen.

Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Einen faschistischen Aufmarsch durchzuprügeln ist keine primär rechtliche, sondern vielmehr eine politische Entscheidung. Die ungebrochene Bereitschaft der Polizei, zur Ermöglichung rechter Propaganda geltendes Recht zu brechen (wie z.B. am 1.mai in Ulm) verdeutlicht dies ebenso wie die wenigen löblichen Gegenbeispiele der Toleranz von Blockaden, die – wie zuletzt auch ein Journalist der NWZ erkannte – ein legitimes Mittel sind.

Letztlich bleibt es eine Frage des politischen Klimas, wie im Einzelfall Städte auf die rechte Bedrohung reagieren. Die armselige Vorstellung, die seitens der Stadt Göppingen und ihres OB Guido Till seit Jahren geboten und auch zum aktuellen Anlass fortgesetzt wird, spricht Bände. Wieviel der städtischen Taktik letztlich auf Ignoranz und Bigotterie basiert, und wieviel davon von dem schwarz-braunen Geist infiziert ist, der sich lokal eindrucksvoll in den Reihen der Konservativen zeigt, ist diskussionswürdig und sollte auch in Zukunft Gegendstand antifaschistischer Auseinandersetzung bleiben. Denn abseits von AN und NPD wurzeln nationalistische, rassistische und autoritäre Ideologien nur allzu tief in immer noch beängstigend großen Teilen der Bevölkerung.

Ein linker Antifaschismus grenzt sich daher natürlich nicht nur hinsichtlich seiner Methoden von einer bürgerlich-handzahmen Ausrichtung ab, die man in Göppingen ingestalt eines bestimmten Bündnisses beobachten kann. Auch in der inhaltlichen Auseinandersetzung muss klar werden, wieso wir uns nicht in die Reihen derjenigen begeben werden, die ihr Bekenntnis zu ihrer Vorstellung von „Demokratie“ wie eine Monstranz vor sich hertragen. Eine unmissverständliche Distanzierung vom konservativen Lager, sowie von jeder Form extremismustheoretischer Ansätze ist hier erstmal nur eine Grundvoraussetzung, bevor über Bündnisse nachgedacht werden sollte.

Die Nazis geben sich indessen keine Mühe, ihre Gesinnung in irgendeiner Form zu kaschieren. Eine Auseinandersetzung mit dem, was als vermeintlicher „Antikapitalismus“ als Aushängeschild für ihre Zusammenrottung herhalten soll, lassen wir an dieser Stelle außen vor. Ob sich irgendjemand in Göppingen von der braunen Brut angezogen fühlt, weil er sich über ihre Motive täuscht, sei ohnehin dahingestellt.
Beachtenswerter ist hier die offene Solidarisierung der Göppinger Nazis mit der griechischen Mörderbande „Chrysi Avgi“, die auch in der
Beteiligung der NSU-nahen Kameradschaft „Freies Netz Süd“ zum Vorschein kommt. Deren Anhänger hatten bereits anlässlich des Imia-Marsches Anfang des Jahres in Athen den griechischen Faschisten einen Besuch abgestattet und sich auch vor Ort in Nürnberg mit der Gründung eines lokalen Ablegers der „Chrysi Avgi“ gebrüstet.

Uns den Faschisten am 12. Oktober in den Weg zu stellen, begreifen wir aus aktuellem Anlass daher auch als eine Botschaft praktischer Solidarität an unsere griechischen Brüder und Schwestern, die mit Leidenschaft und Überzeugung dafür kämpfen, der braunen Pest den Weg in die Abwässerkanäle der Geschichte zu weisen. „An Image from the future“ – auch in diesem Fall, der uns die latente Bedrohung reaktionärer Strömungen im Zeitalter der krisengschüttelten kapitalistischen Regime deutlich vor Augen führt.

Von Piräus bis Göppingen – Tod dem Faschismus in jedem Land!

„Pro Deutschland“ stoppen!

Aufruf des Kollektiv.26 gegen den geplanten Aufmarsch der Rassisten von „Pro Deutschland“ kommenden Samstag in Ulm:

„Am 07.09.13 will „Pro Deutschland“ nach Ulm kommen. Wir werden das nicht unkommentiert stehen lassen.

Am 07.09.13 will die rechtspopulistische Splitterpartei „Pro Deutschland“ in Ulm demonstrieren. Wir werden uns gegen die Präsentation ihres menschenverachtenden Gedankengutes stellen und rufen deshalb zur Kundgebung gegen „Pro Deutschland“ auf.

Ähnlich wie auch die NPD im Vorjahr, machen die Rechtspopulisten auf ihrer Deutschlandfahrt nun auch hier halt.

Auf ihrer Tour Hetzen sie in rassistischer Manier gegen Flüchtlinge, politische Gegner und Weitere.

Wir werden das nicht hinnehmen. Gesellschaftliche Kritik darf niemals durch eine menschenverachtende Ideologie begründet werden.

Kommt deshalb am 07.09.13 um 8 Uhr zum Hauptbahnhof in Ulm.

Ein ausführlicher Aufruf, sowie weitere Informationen werden Bald veröffentlicht.

Stay tuned“

Vortrag in Schwäbisch Gmünd

Demo gegen Nazi-Druckerei

Am kommenden Samstag findet in Ulm ab 15 Uhr eine Demo gegen die Nazi-Druckerei Lithographix statt. Startpunkt ist am Hauptbahnhof Ulm.

Seit dem faschistischen Großaufmarsch am 1.Mai 2009 ist es um die regionale Nazi-Szene oberflächlich betrachtet ruhig geworden. Eine Bustour der NPD am 30.7.2012 wurde in Ulm durch hunderte GegendemonstrantInnen gestoppt. Anders als am 1.Mai verzichtete die Polizei darauf, den Aufmarsch mithilfe rechtswidriger Maßnahmen durchzuprügeln.
Dass die Neonazis im Verborgenen weiterhin agieren, beweist nicht zuletzt die Existenz von Lithographix, wo bereits einschlägig bekannte rechte Gewalttäter Arbeit finden konnten.
Anlass genug, in Sachen Antifaschismus in Ulm erneut in die Offensive zu gehen.

Soli für Göppingen

Die Antifaschistische Gruppe Göppingen läd am 29.5. zur Soli-Party in die Schellingstraße 6 in Tübingen. Ab 19 Uhr gibt’s dort VoKü, um 20 Uhr wird dann über die aktuelle Situation in Göppingen referiert.

Antifaschistische Kräfte mobilisieren am 12. Oktober zu einer Demonstration nach Göppingen. Am selben Tag planen sowohl Faschisten der „Autonomen Nationalisten“ als auch der NPD, sich in der Stadt zum Zwecke ihrer menschenverachtenden Propaganda zusammenzurotten. Bereits im Vorjahr rollte die Stadt den Nazis den roten Teppich aus und setzte den Aufmarsch gegen den vehementen Widerstand hunderter Antifaschisten durch. Hierbei schreckten die regionalen Polizeikräfte nicht vor brutaler Gewalt zurück und riskierten dabei auch Menschenleben.

Das zynische Vorgehen der „Ordnungshüter“, die katastrophale Politik der selbsternannten „demokratischen Mitte“ in Göppingen, sowie die indirekte Rückendeckung für die Neonazis durch die lokale CDU machen deutlich, dass die Mobilisierung seitens antifaschistischer Gruppen im Jahr 2013 noch intensiver und umfassender geschehen muss.

No pasarán!

Killing Nazis

Aus der Beschreibung:

„Die Film-Doku „Killing Nazis“ erzählt die reale Geschichte eines wahren „Inglourious Basterd“, des heute 91-jährigen Alfred Müller aus Wien-Ottakring. Als Jugendlicher vor den Nazis nach Palästina geflüchtet, wurde er im Exil zu Chaim Miller und in einer Spezialeinheit der britischen Armee für den Einsatz als Agent in Nazi-Uniform ausgebildet. 1945 kehrte er als Soldat der „Jüdischen Brigaden“ zurück nach Österreich, wo seine Eltern im Holocaust ermordet wurden. Alfred Müller übte mit seiner Einheit in Selbstjustiz Rache, indem er Dutzende SS- und Gestapoangehörige aufspürte, entführte, verhörte und hinrichtete.“

Hier könnt ihr die Doku online anschauen.