Archiv für November 2013

14.12. Kein Vergeben, kein Vergessen!

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Die Kundgebung wird nun dank Intervention des Ordnungsamtes nicht am Bahnhof, sondern um 14 Uhr am Rathaus beginnen. Das Rathaus ist nur wenige Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt.

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Anlässlich des 10. Jahrestages der K2-Morde rufen antifaschistische Gruppen zu einer Demonstration in Heidenheim auf. Wir wollen die damaligen Geschehnisse der Vergessenheit entreißen und den Opfern rechter Gewalt gedenken.
In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 2003 wurden die drei jugendlichen Spätaussiedler Viktor Filimonov, Waldemar Ickert und Aleksander Schleicher vor der Heidenheimer Diskothek K2 von dem Neonazi Leonhard Schmidt ermordet. Schmidt war Teil der regionalen rechten Szene und hatte bereits zuvor Gewalttaten gegen Andersdenkende verübt.

Am 14.12.2013, eine Woche vor dem Jahrestag, wollen wir ein starkes Zeichen gegen jede Form nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Ideologien und Bewegungen setzen, die den Nährboden für die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung gesellschaftlicher Minderheiten bilden.
Gewalttaten durch Neonazis, rassistische „Bürgerinitiativen“, die gegen Flüchtlinge hetzen, Anschläge auf Synagogen und Moscheen, die Verstrickung deutscher Behörden in das faschistische Netzwerk des NSU – all dies macht klar, dass rechte Ideologien kein Problem „extremer Ränder“ darstellen, sondern tief in der „Mitte der Gesellschaft“, ihren Institutionen und ihrem politischen Mainstream verankert sind.

Insbesondere in Zeiten der kapitalistischen Krise treten reaktionäre, menschenfeindliche Strömungen immer offener in Erscheinung, was wir weltweit beobachten müssen. Sich für diese gefährlichen Tendenzen zu sensibilisieren und sich dagegen zu organisieren, halten wir eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit.

Im Gedenken an all die Opfer faschistischer Gewalt – Für eine solidarische Gesellschaft!

14/12/2013, Beginn 14 Uhr
Auftakt der Demonstration am Bahnhof Heidenheim.

Die Mobilisierungsseite findet ihr hier

Aktualisierte Liste der Unterstützer:

AG KuK Heidenheim
Autonome Antifa Heidenheim
Autonome Antifa Schwäbisch Hall
Antifaschistische Gruppe Göppingen
Arbeitskreis „Unvergessen – Opfer rechter Gewalt in Baden Württemberg“
DKP Heidenheim
Ganz Anders (Heilbronn)
Gruppe Progress Stuttgart
Kollektiv.26 ulm
LevelUp Tübingen
Linksjugend [’solid] Heidenheim
Offenes Antifaschistisches Bündnis Kirchheim

Hintergrund:

Eine Bluttat im Dezember

In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 2013 jährt sich die Ermordung der drei jugendlichen Spätaussiedler Viktor Filimonov, Waldemar Ickert und Aleksander Schleicher zum 10. Mal. Der Täter Leonhard Schmidt nahm sich im August 2012, ein Jahr nach seiner Haftentlassung, in seiner Berliner Wohnung das Leben.

Schmidt war zum damaligen Zeitpunkt Teil einer im Heidenheimer Umland organisierten Nazi-Szene, die im Vorfeld durch mehrere Gewalttaten in Erscheinung getreten war. Knapp drei Monate vor der tödlichen Messerattacke hatte er am Tag der deutschen Einheit an selber Stelle gemeinsam mit seinen Kameraden einen Punk zusammengeschlagen. Die Neonazis hatten sich gezielt vor dem K2 postiert um mit rechten Parolen linksalternative Jugendliche ins Freie zu locken, die sie dort vermuteten. Das Opfer wurde von Schmidt mit einem Schlagstock niedergeknüppelt – eine Tat, wegen der gegen Schmidt noch ein Ermittlungsverfahren lief, als er drei Monate später zum Mörder wurde.
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Die rechte Euro-Rebellion. Vortrag und Diskussion zur „Alternative für Deutschland“

Im Februar diesen Jahres als Anti-Euro-Partei gegründet und bereits im September, nach aufsehnerregendem Wahlkampf, nur knapp am Einzug in den Bundestag vorbeigeschrammt – die Aufstiegsgeschichte der rechten “Alternative für Deutschland” ist außergewöhnlich rasant und nicht minder gefährlich. In seinem Buch “Rechte Euro-Rebellion – Alternative für Deutschland und Zivile Koalition e.V.” geht Andreas Kemper genauer auf die Hintergründe und Förderer der neuen rechten Bewegung, wie auch auf ihre politischen Positionen und Ziele ein.

Warum tauchen Begriffe wie “direkte Demokratie” und “alternative Bewegung” plötzlich im Zusammenhang mit nationalistischer Abkapselung, sozialem Elitedenken und Marktradikalismus auf? Wie können wir als AntifaschistInnen auf diese Partei reagieren, die mit offenen Faschisten nichts zu tun haben möchte, der der die CDU aber längst nicht rechts genug steht und die Rassisten und Sozialdarwinisten jeder Couleur mit offenen Armen empfängt?

Auf der Veranstaltung stellt Andreas Kemper sein Buch vor, um anschließend gemeinsam mit uns die Konsequenzen für die antifaschistische Bewegung zu diskutieren.

Mittwoch, 20.11.2013
19.30 Uhr

im Esperanza Schwäbisch Gmünd (Benzholzstraße 8 )

Nazi-Terror und Rassismus bekämpfen – „Verfassungsschutz“ auflösen!