Archiv für Februar 2012

27.2. Vortrag: Neonazi-Strukturen in Süddeutschland

Der Sozialwissenschaftler und Journalist Robert Andreasch wird darüber berichten, welche Themen NPD und andere Neonazis aufgreifen und zu besetzen versuchen, wie sich NPD und neonazistische Kameradschaften im Süden und darüber hinaus organisieren und welche Erscheinungsformen sie hierbei wählen. Er zeigt rechte Rekrutierungsstrategien für Jugendliche auf und beleuchtet die Infrastruktur der radikalen Rechten in Süddeutschland.

Jenseits der bekannten Klischees von dumpfen Skinheads sollen vielmehr die multiplen Stile und Erscheinungsformen skizziert werden, in denen die extreme Rechte mittlerweile auftritt. Außerdem wird versucht an einigen Beispielen zu erläutern wie der Verfassungsschutz mit der Szene umgeht.

Robert Andreasch ist Buchautor und freier Journalist. Er schreibt, recherchiert und arbeitet unter anderem für die ARD, die ZEIT, verschiedene Online-Portale und die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V (a.i.d.a.).

Wo?

Grüner Kranz, Paul-Priemstr. 33, 89522 Heidenheim (Voithsiedlung)

Wann? Montag 27.02., Beginn 20 Uhr

Widerstand gegen ACTA

Gegen das „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ regt sich auch im Ländle der Widerstand.
In Heidenheim wird um 15 Uhr auf dem Eugen-Jaekle-Platz eine Demonstration gegen die fortschreitende Kontrolle und Zensur des virtuellen Raumes stattfinden.

Zudem ist eine gemeinsame Zugfahrt von der Ostalb nach Stuttgart über folgende Verbindung geplant:

Heidenheim – 12.59
Aalen – 13.35
Schw. Gmünd – 13.54
Stuttgart – 14.38

„Mit dem Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) soll die weltweite Verrechtlichung des so genannten “geistigen Eigentums” und die Verfolgung von verwertungsverweigerndem Verhalten weiter vorangetrieben werden. Von bürgerrechtlicher Seite wird hautpsächlich das undemokratische, geheime Zustandekommen des Abkommens kritisiert. Eine Beschränkung der Meinungsfreiheit (Zensur), der Verlust der Netzneutralität (d.h. die Priorisierung von Datenpaketen anhand einer unterstellten “Nützlichkeit”) und die Kriminalisierung von Urheberrechtsverstößen im Internet sind weitere Kritikpunkte.
Eigentum ist (noch immer) Diebstahl
Natürlich greift die bürgerliche Kritik erheblich zu kurz: Die angeprangerten “Auswüchse” von Freiheitsverlust, Überwachung und Zensur sind nämlich eine zwangsläufige Konsequenz kapitalistischer Verwertungslogik, welche finanzielle Interessen von Einzelnen stets über die Interessen der Allgemeinheit stellt. Dabei ist das ACTA-Abkommen lediglich eine moderne Ausprägung dieses Grundproblems, welches sich bereits seit Jahrhunderten in bestehenden Regelungen und Gesetzen manifestiert. Daher ist nicht nur der Begriff des “geistigen Eigentums” ansich sondern das Eigentum als gesamtgesellschaftliches Konstrukt radikal zu kritisieren. Denn jegliche Eigentumsrechte bedingen auch autoritäre Mittel der Überwachung und Kontrolle für ihre Durchsetzung bzw. Verteidigung.

In Polen hat sich vor Kurzem die Wut der Menschen über die Ratifizierung des ACTA-Abkommens ganz handfest gezeigt. In Poznań und Kielce gab es regelrechte Straßenschlachten mit der Polizei, die wie üblich brutal gegen so genannte “Störer” und “Provokateure” vorging. Immerhin hat Polen nun die Unterzeichnung des Abkommens vorerst ausgesetzt. Auch in der Tschechischen Republik und Lettland konnten die Proteste den Ratifizierungprozess zumindest stoppen. Nun sollen am kommenden Samstag europaweit und auch hierzulande Demos gegen ACTA stattfinden.

Leider ist dabei davon auszugehen, dass Neonazis, Antisemit_innen, Rechtspopulist_innen, Verschwörungstheoretiker_innen und andere widerliche Gestalten versuchen werden, die eher bürgerlich geprägten Proteste zur Verbreitung ihrer menschenverachtenden und/oder absurden Ideologien zu nutzen. Auch diesen Versuchen gilt es gemeinsam und entschlossen entgegenzutreten! Deshalb rufen wir insbesondere alle Antifaschist_innen auf, sich trotz der bevorstehenden abstrengenden Tage in Dresden auch am 11.2.2012 mit emanzipatorischen Positionen an den bundesweiten Protesten gegen ACTA zu beteiligen!“ (Quelle: Out of Control Berlin)