Archiv für November 2011

Rommel, Elser und die Heidenheimer Gedenktradition

Zur aktuellen Debatte um das „Erwin-Rommel-Denkmal“.

Am vergangenen „Volkstrauertag“ verhüllte die Gruppe „Geschichtswerkstatt“ das Erwin-Rommel-Denkmal auf dem Zanger Berg in Heidenheim. Wir begrüßen die Aktion als öffentlichkeitswirksame Intervention in die Debatte um Rommel, die zuletzt durch die Recherchen des Historikers Wolfgang Proske regional sowie überregional neu entfacht wurde.

Zuletzt 2008 haben wir in einem Flugblatt auf die Rolle des „Mythos-Rommel“ für die Inszenierung eines post-nationalsozialistischen deutschen Nationalgefühls hingewiesen und die Demontage des Denkmals als symbolische Absage an Nationalismus, Militarismus und Volksgemeinschaft gefordert. Denn eine antifaschistische Intervention in den Diskurs um Rommel kann sich nicht darauf beschränken, einer geschichtsvergessenen Heidenheimer bzw. deutschen Öffentlichkeit Nachhilfeunterricht zu erteilen. Der Umgang mit politischer Geschichte ist niemals eine rein „objektive Aufarbeitung von Fakten“, sondern beinhaltet immer den Anspruch, die gesellschaftliche und politische Gegenwart im Kontext des Vergangenen zu begreifen und Leitlinien für ihre Gestaltung zu entwerfen.

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