Archiv für November 2009

Gedenken an Georg Elser

schild

Am 8. November 2009 jährt sich das missglückte Attentat Georg
Elsers auf Hitler zum 70. Mal. Jahrzehntelang diffamiert, verkannt
oder schlichtweg totgeschwiegen, scheinen neuere Publikationen sowie
Gedenkveranstaltungen dem mutigen Zimmermann aus Königsbronn
endlich die Ehrung zukommen zu lassen, die ihm lange verwährt
wurde.

In Zeiten, in denen die Inszenierung der verhinderten
Militärputschisten um Stauffenberg zur Ehrenrettung des „guten
Deutschen“ und zur neuen nationalen Identitätsfindung nach ’45
herhalten muss, sticht Elsers Beispiel auf den ersten Blick
vorallem als mutige Tat eines verschwiegenen Einzelgängers hervor.

Als autonome Antifaschisten wollen wir Georg Elser allerdings nicht
nur als Mahnmal für die Verantwortung und Möglichkeit des
Individuums im Angesicht der drohenden Katastrophe in Erinnerung
halten.
Heute, 70 Jahre danach, gedenken wir Georg Elser auch als libertärem
Kommunisten und Genossen der Antifaschistischen Aktion.
Entgegen einer deutschen Erinnerungspolitik, die rechte Militärs im
großen Stil zu Volkshelden stilisieren will, wollen wir den
antifaschistischen Widerstand im Dritten Reich ehren, der den Namen
verdient.
Denn Antifaschismus bedeutet für uns weder den status quo zu
verteidigen, noch der „geläuterten“ Nation bei ihrer Selbstfindung
zu helfen. Vielmehr sehen wir im antifaschistischen Kampf die
überlebenswichtige Grundlage für jede emanzipatorische Bewegung,
die den Kapitalismus samt seiner reaktionären Auswüchse auf dem
Müllhaufen der Geschichte entsorgen will.

Damals wie heute – Den Faschisten kein Vergeben, kein Vergessen…